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Schamanismus in Deutschland

Schamanismus ist damals wie heute allgegenwärtig - ob in Afrika, Asien, Australien, Amerika und Europa oder in Deutschland. In einigen Ländern ist der Schamanismus lediglich etwas offensichtler, als in Anderen - was nicht heißt, dass es Schamanismus dort nicht gibt. Im westlichen Europa allerdings wurde die schamanische Tradition aus verschiedensten Gründen lange Zeit unterdrückt und beinahe ausgelöscht. Vieles geriet in Vergessenheit, aber Nichts verloren. Die alten Bräuche finden zusehens langsam aber stetig wieder zu uns zurück, um uns an die verloren geglaubte Tradition zu erinnern und sie wieder zu leben. In den ländlichen Regionen ist dies mit Sicherheit eher der Fall, als in städtischen Regionen, was wiederum mit der auf dem Land erhaltenen Naturverbundenheit zu tun hat, welche die Städter schon vor langer Zeit abgelegt haben. Die Rufe unserer schamanischen Tradition sind zwar leise, aber sie sind da - wir müssen nur aufmerksam zuhören und sie sprechen lassen. Als Schamanin in Deutschland ist es meine Aufgabe die geschwächten Traditionen - je nach Region - zu stärken, ihnen Gehör zu verschaffen und zwischen ihr und den Menschen zu vermitteln. Mit dem Ziel, dass Beide wieder zueinander finden und offen und selbstverständlich miteinander leben.

Schamanischer Weg

Viele Wege führen ans Ziel, doch welcher führt uns zum Ursprung zurück? Der Eigene! Und wie finden wir diesen Weg? Indem wir innehalten, uns erinnern, forschen und wiederbeleben! Wenn nötig, mit Hilfe von anderen schamanisch geprägten Völkern. Dabei sollten diese jedoch lediglich eine Vorbildfunktion erfüllen und uns bei den ersten Schritten auf dem eigenen schamanischen Boden helfen. Weitergehen und Bebauen müssen wir diesen selbst. Core-Schamanismus ist ein Anfang und für Einige auch der Weg dahin, jedoch nicht das Ziel und die schamanische "erste Hilfe" anderer Kulturen darf niemals selbstverständlich werden. Sie muss Hilfe zu Selbsthilfe bleiben. Nur unter Berücksichtigung all dieser Punkte werden wir es schaffen, den Zugang zu den verloren geglaubten Wissen wieder freizulegen und unsere eigene Tradition zu leben. Jeder kann damit anfangen, sogar hier und heute. Das, was man dazu benötigt, wohnt in Jedem inne: Neugier, Selbsterkenntnis und der Wille, etwas bewegen oder verändern zu wollen. Grundlagen für eine solche Suche sind neben den gennannten Eigenschaften auch das Verständnis von der Verbundenheit aller Dinge und Beseelheit aller Wesen. Das heißt also, dass Jeder dazu in der Lage ist, den schamanischen Weg zu gehen und die eigene Tradition wiederzubeleben, wenn er oder sie es nur will - und das ganz ohne den Weg des Schamanen gehen oder ein Schamane selbst sein zu müssen.

Wurzeln unserer Spiritualität

Um unsere Wurzeln freizulegen müssen wir uns früher oder später auf eine Reise durch die Geschichte begeben und in unseren Breiten nach Personen, Völkern und Gesellschaften suchen, die sich ernsthaft mit heimischer Heilkunde und Spiritualität beschäftigt haben. Sei es in poetischer Form, medizinischer Hinsicht oder durch ein heidnisches/naturspirtuelles Leben. Dabei stoßen wir mit Sicherheit irgendwann auf Hildegard von Bingen, Paracelsus und Johann Wolfgang von Goethe - mitunter auch auf Druiden und Barden. Sogar in unseren Märchen und Geschichten finden wir Vieles, was auf schamanisches Wissen unserer Vorfahren zurückschließen lässt. Natürlich gibt auch noch lebende Vorbilder bzw. Autoren, wie z.B. Wolf-Dieter Storl und Christian Rätsch, die uns eine Inspiration und große Hilfe bei der Suche nach der europäischen Schamanentradition sein können. Finden müssen wir sie jedoch selbst, jeder für sich. Entgegen der weitläufigen Meinung sind Germanen und Kelten nicht die einzige Anlaufstelle im Hinblick auf europäischen Schamanismus - jedoch die Bekannteste. Es spricht nichts dagegen, sich an diesen beiden Völkern zu orientieren, solange man nicht versucht alle Praktiken von damals nachzuahmen oder auszuprobieren - nur um ein "Gefühl" davon zu bekommen, wie sich keltischer oder germanischer Schamanismus "anfühlt". Wenn man sich wirklich an germanischen oder keltischen Wurzeln orientieren möchte, muss man lernen das alte Wissen auf die neue Zeit anzuwenden und darf nicht in der Vergangenheit stecken bleiben. Die Welt ist im Wandel und auch die die Gesellschaft, mit welcher der Schamanismus verbunden ist.